spychere!
Wissen von hier sammeln, zeigen, nutzen
Vieles von dem, was wir wissen, steht in keinem Buch. Es lebt in Erinnerungen, Erfahrungen und Erzählungen – und wird im Alltag von Generation zu Generation weitergegeben.
Mit „spychere!“ startet im Regionalmuseum Chüechlihus ein neues Projekt, das dieses lokale Wissen ins Zentrum rückt. Es geht um Wissen von hier: um Erfahrungen, Beobachtungen und Geschichten, die das Leben im Emmental geprägt haben – und bis heute prägen.
Worum geht es bei „spychere!“?
Das Regionalmuseum Chüechlihus sammelt und bewahrt seit Jahrzehnten die Geschichte des Emmentals. Mit „spychere!“ erweitert das Museum diesen Auftrag: Neben Objekten rückt das Erfahrungswissen der Menschen aus der Region in den Mittelpunkt – jenes Wissen, das selten schriftlich festgehalten wird, aber viel über eine Region erzählt.
In den kommenden Monaten und Jahren entsteht so ein gemeinsamer Wissensspeicher des Emmentals. Dieses Wissen wird Schritt für Schritt gesammelt, sichtbar gemacht und geteilt – in einer Ausstellung im Chüechlihus und auf einer digitalen Plattform, dem e-spycher.
„U was weisch de du? – Verzeu mau.“
Alle tragen Wissen in sich
Bei „spychere!“ sind nicht nur Fachpersonen die wichtigsten Expert:innen, sondern die Menschen, die im Emmental leben und gelebt haben. Das Projekt lädt dazu ein, eigene Erfahrungen zu teilen, Erinnerungen weiterzugeben und die Region aus neuen Blickwinkeln zu entdecken.
Wissen kann auf verschiedenen Wegen eingebracht werden: an Mitmachstationen im Museum, über die Online-Plattform e‑spycher oder direkt im öffentlichen Raum – bei Gesprächen in Gemeinden, auf Märkten oder Festen. So entsteht ein lebendiger Austausch zwischen Museum, digitalem Raum und Alltag, bei dem die Menschen aktiv das Wissensnetz des Emmentals mitgestalten.
Das Museum unterwegs
Für „spychere!“ gehen zehn Co-Forschende direkt zu den Menschen im Emmental, sammeln Geschichten, Erfahrungen und lokales Wissen und bringen es ins Museum. Die Gruppe wird bewusst vielfältig zusammengesetzt, unterschiedliche Altersgruppen, Berufe und Lebenserfahrungen, sodass bereits innerhalb der Gruppe ein breites Wissen und gute Vernetzung entsteht. Sie sind Brückenbauer:innen zwischen Alltag und Ausstellung und zeigen, wie die Bevölkerung aktiv das Wissensnetz der Region mitgestaltet.
Drei Teilprojekte: sammeln, zeigen, nutzen
„spychere!“ ist als mehrjähriges Projekt angelegt und umfasst drei Teilprojekte, die aufeinander aufbauen. Nach dem Sammeln von lokalem Wissen geht bei „spychere! Wissen von hier zeigen“ darum, dieses Wissen gemeinsam weiter zu erforschen und sichtbar zu machen. Co-Forschende tragen Erfahrungen aus der Bevölkerung zusammen, ordnen sie ein und ergänzen damit die Ausstellung.
In einem weiteren Schritt stellt sich die Frage, wie Wissen von hier weitergegeben und genutzt werden kann – unter anderem in einem Schulprojekt und einer partizipativen Theaterproduktion – in „spychere! Wissen von hier nutzen“.

Warum „spychere!“
Früher war der Speicher der wichtigste Ort auf dem Hof – hier lagerten Korn, Wertsachen und alles, was man zum Leben brauchte. Im Emmental sind viele dieser Speicher noch zu sehen und prägen bis heute das Landschaftsbild.
Bei „spychere!“ geht es ähnlich: Wir sammeln und bewahren Wissen von hier – Geschichten, Erinnerungen und Erfahrungen, die sonst oft unsichtbar bleiben. Ein Schatz, der darauf wartet, entdeckt und geteilt zu werden!
Eckdaten
- Eröffnung & Startschuss „spychere! Wissen von hier sammeln“: 1. April 2026
- Kick-off Co-Forschende: April 2026
- Aktionstage: Diverse Tage bis Oktober 2026
- Erster Sammelstopp: 11. Oktober 2026
- Auswertung: Ab Oktober 2026
- Eröffnung & Startschuss „spychere! Wissen von hier zeigen“: April 2027
- Startschuss & Projektabschluss „spychere! Wissen von hier nutzen“: Ende 2027/Anfang 2028